Die historische Bedeutung von Kloster Ilsenburg geht
weit über die unmittelbare Umgebung hinaus:
• Das ehemalige Benediktinerkloster Ilsenburg wurde zwischen 1003 und 1018 als Eigenkloster der Bischöfe von Halberstadt an der Stelle einer ehemaligen königlichen Jagdpfalz eingerichtet.
• Zwischen 1078 bis 1087 erfolgte der Bau der zweiten romanischen Klosterkirche. Sie wies als erste deutsche Benediktinerkirche bereits den dreischiffigen Ostbau und andere Reformmerkmale auf.
• Der teilweise erhaltene Gipsfußboden in der Klosterkirche stellt mit seinen Zeichnungen in dieser Ausdehnung eine der wenigen Kostbarkeiten dieser Art aus dem 12. Jahrhundert auf europäischem Boden dar.
• Nach Hallinger soll die Ilsenburger Klosterreform im 11. Jahrhundert eine eigene Reformbewegung innerhalb des Benediktinerordens darstellen, die sich teilweise unabhängig von der Clunyschen Reform durchsetzte. Nach neueren Forschungen muss diese Aussage zwar relativiert werden, dennoch ist es nach wie vor berechtigt, von einer Ilsenburger Reform (sog. Herrand-Reform, benannt nach dem Abt Herrand) zu sprechen.
• Die Ilsenburger Klosterbibliothek war einst mit eine der bedeutendsten im Harzraum. Einige wenige Handschriften, die möglicherweise sogar im Skriptorium des Klosters entstanden, sind heute noch erhalten. Neue Forschungen zeigen, dass sehr wahrscheinlich auch die Urschrift der berühmten Bilderhandschriften des Sachsenspiegels aus dem Kloster hervorging.
Sowohl zu den angeführten Themenbereichen als auch zur jüngeren Geschichte erfolgen aktuelle Forschungen.
